Bad Lauterberg (red). Die Vollversammlungen der Handwerkskammern Braunschweig-Lüneburg-Stade und Hildesheim-Südniedersachsen haben sich im Rahmen ihrer Sitzungen am Donnerstag für eine Fusion beider Kammern zum 1. Januar 2027 ausgesprochen.
Ziel: Stärkere Strukturen im Handwerk
„Damit haben wir den Weg bereitet für die Stärkung unserer Strukturen und die Verbesserung der Bedingungen für über 36.000 Handwerksbetriebe mit ihren Beschäftigten und Auszubildenden“, erklären die Präsidenten Detlef Bade (Braunschweig-Lüneburg-Stade) und Delfino Roman (Hildesheim-Südniedersachsen).
Ziel des Zusammenschlusses sei es, die Leistungsfähigkeit des Handwerks in allen Regionen weiter zu stärken, die Interessen wirksamer zu vertreten und das Service- sowie Bildungsangebot zukunftsfähig aufzustellen.
Herausforderungen als Hintergrund
Als Gründe für die geplante Fusion werden steigende Anforderungen an das Handwerk genannt, darunter der Fachkräftebedarf, die digitale Transformation und wachsender Wettbewerbsdruck. Dem Beschluss waren Gespräche zwischen Ehren- und Hauptamt sowie mit dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium und den Sozialpartnern vorausgegangen.
Zustimmung aus der Landespolitik
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Henrik Tonne begrüßt den geplanten Zusammenschluss: „Die heutige Entscheidung der beiden Handwerkskammern ist ein wichtiger Schritt für die zukünftige Aufstellung des Handwerks in unserer Region. Die intensiven Beratungen haben zugleich gezeigt, dass mit diesem Prozess unterschiedliche Erwartungen und Perspektiven verbunden sind. Eine Fusion bietet die Chance, Kräfte zu bündeln und die Leistungsfähigkeit der Interessenvertretung weiterzuentwickeln – gerade vor dem Hintergrund von Digitalisierung, Fachkräftesicherung und Transformation.“
Zugleich betont er, dass es entscheidend sei, eine breite Akzeptanz zu erreichen, die Sozialpartnerschaft zu wahren und regionale Belange zu berücksichtigen. Die Landesregierung werde den weiteren Prozess prüfen und begleiten.
Regionale Standorte bleiben erhalten
„Wir übernehmen Verantwortung für starke Strukturen im Handwerk und entwickeln diese zielgerichtet im Interesse unserer Betriebe und ihren Beschäftigten und Auszubildenden weiter“, erklärt Delfino Roman. Wichtig sei dabei, Leistungen zu bündeln und gleichzeitig regionale Ankerpunkte zu sichern. Alle bisherigen Hauptverwaltungssitze und Bildungsstandorte sollen erhalten bleiben.
Auch Detlef Bade unterstreicht: „Ein leistungsstarker Verbund wird die Interessen des Handwerks politisch noch wirksamer vertreten, ohne die regionale Nähe zu verlieren.“
Entscheidung liegt beim Ministerium
Die endgültige Entscheidung über die Errichtung der fusionierten Kammer trifft das Niedersächsische Wirtschaftsministerium. Geplant ist, dass die neue Handwerkskammer zum 1. Januar 2027 ihre Arbeit aufnimmt und bundesweit zu den größten Einrichtungen dieser Art zählen wird.
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