Grünenplan (red). Der Zugspitz-Ultratrail zählt seit seiner Premiere im Jahr 2011 zu den härtesten Bergrennen Deutschlands. Vom 18. bis 20. Juni 2026 stellen sich erneut Tausende Läuferinnen und Läufer aus mehr als 40 Nationen den anspruchsvollen Strecken rund um das Wettersteinmassiv. Mit dabei ist in diesem Jahr ein starkes Team des Lauftreffs Hils aus Grünenplan.
107 Kilometer und 5280 Höhenmeter
Die Veranstaltung bietet verschiedene Distanzen von 29 bis 160 Kilometern. Der eigentliche Ultratrail führt über 107 Kilometer rund um das Wettersteinmassiv. Dabei sind 5280 Höhenmeter zu überwinden. Der Start erfolgt in Garmisch-Partenkirchen auf 700 Metern Höhe. Auf der schweren Ultrastrecke warten unter anderem hochalpine Abschnitte über den Osterfelderkopf auf 2057 Metern und das Feldernjöchl auf 2045 Metern. Der Streckenrekord liegt bei 11:12 Stunden und zeigt, welches Leistungsniveau für Spitzenzeiten in diesem Gelände erforderlich ist.
Hils-Läufer vor großer Herausforderung
Seit 2021 sind Läuferinnen und Läufer des Lauftreffs Hils beim Zugspitz-Ultratrail vertreten. Annike Wiedemann und Dennis Meyer wagten sich damals als erste aus dem Verein in das schwere Gelände. In den folgenden Jahren kamen Natascha Seyd, Jan Thomschke und Roman Feichtinger hinzu. Die Hils-Aktiven starteten bislang auf Strecken zwischen 29 und 68 Kilometern. Annike Wiedemann konnte sich dabei mehrfach in den Top Ten oder Top Twenty platzieren.
In diesem Jahr soll nun die 107-Kilometer-Distanz in Angriff genommen werden. Annike Wiedemann, Jacqueline Hausmann, Jan Thomschke, Marco Bertram, Roman Feichtinger und Dennis Meyer stellen sich der langen Ultratrail-Strecke. Natascha Seyd plant den Start auf dem 68 Kilometer langen Leutasch-Trail, Eileen Stiehler tritt auf dem 29 Kilometer langen Partenkirchen-Trail an.
Wetter, Gelände und Kräfte richtig einschätzen
Wer die Veranstaltung in den vergangenen Jahren verfolgt hat, weiß: Beim Zugspitz-Ultratrail ist nahezu alles möglich. Schnee, Regen, Kälte, große Hitze, starke Sonneneinstrahlung oder heftige Wolkenbrüche können die Bedingungen prägen. Hinzu kommen die Tücken der Strecke. Asphalt, Schotter, Pfade, Waldsteige, Geröllhalden, Wiesen-Trails und felsige Single-Trails verlangen dem Läuferfeld alles ab.
Die Grünenplaner Starterinnen und Starter gelten als bergerfahren, ein Großteil von ihnen ist bereits im alpinen Gelände gelaufen. Annike Wiedemann gilt auf diesem Terrain als Spezialistin. Dennoch bleibt die Herausforderung für die niedersächsischen Läuferinnen und Läufer besonders groß. Für manche starke Konkurrenz aus dem Alpenraum mögen sie zwar „Flachland-Tiroler“ sein, doch damit kann das Team aus dem Hils gut leben.
Training am Steinberg als Vorbereitung
Das Training für den Ultratrail unterscheidet sich deutlich von der Vorbereitung auf einen klassischen Marathon oder Ultralauf. In den Alpen kommt es darauf an, das Rennen klug einzuteilen, gute Entscheidungen zu treffen, nicht zu überziehen und auf keinen Fall zu schnell zu starten. Viele Anstiege und auch Teile der Gefällstücke sind ohnehin nur gehend zu bewältigen.
Der heimische Hils bietet dafür kein schlechtes Übungsgelände. Am Delligser Steinberg waren in den vergangenen Wochen immer wieder Läuferinnen und Läufer zu sehen, die von der Talsohle in der Masch bis hinauf in den Steinbruch des Steinbergs trainierten. Auf rund 800 Metern Strecke kommen dabei knapp 100 Höhenmeter zusammen. Diese Einheit absolvieren die Hils-Läufer im Training zehnmal hintereinander.
Ob alle Aktiven das Ziel erreichen, lässt sich vor dem Start nicht vorhersagen. Eine Garantie für den Gipfelsturm gibt es nicht. Die Vorbereitung, die Bergerfahrung und die bisher gezeigten Leistungen sprechen jedoch dafür, dass der Lauftreff Hils beim Zugspitz-Ultratrail 2026 eine starke Rolle spielen kann.



Fotos: Tuspo Grünenplan