Fürstenberg (red). Volles Haus im Museum Schloss Fürstenberg: Am 22. Mai 2026 ist dort die Sonderausstellung „Der edle Akt. Porzellan und Erotik“ eröffnet worden. Zur Vernissage kamen zahlreiche Gäste ins Schloss. Museumsleiter Dr. Christian Lechelt führte durch den Abend und nahm das Publikum mit Hintergrundwissen und Anekdoten mit auf eine Reise durch die Welt der erotischen Porzellankunst.
Erotische Motive seit dem 18. Jahrhundert
„In der Porzellankunst sind seit dem frühen 18. Jahrhundert erotische Motive und Themen allgegenwärtig. Als scheinbar harmlose Dekoration bevölkern die unzähligen Liebespaare und Aktfiguren seither Interieurs. Die Ausstellung lädt deshalb zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den in Porzellan reproduzierten Idealvorstellungen von Schönheit und Rollenerwartungen ein. Darüber hinaus bieten wir eine ganzheitliche Perspektive auf Porzellan als ein erotisch aufladbares Material an“, erläutert Museumsleiter Dr. Christian Lechelt.
Nackte Körper, zärtliche Umarmungen und provokante Posen prägen die europäische Porzellankunst seit Jahrhunderten. Zwischen Rokoko-Leichtsinn und zeitgenössischer Körperpolitik erzählt die Ausstellung von Lust und Verlangen, von sozialen Regeln, Tabus und deren Überschreitung. Porzellan erscheint dabei nicht nur als kunstvoll gestaltetes Material, sondern auch als Projektionsfläche für Schönheit, Begehren und gesellschaftliche Rollenbilder.
Kultur im ländlichen Raum im Fokus
In einem Podiumsgespräch weitete Dr. Lechelt den Blick auf die Bedeutung von Kultur im ländlichen Raum. Gemeinsam mit Friedemann Schnur von der Braunschweigischen Stiftung und Oliver Fuchs von der Braunschweigischen Landessparkasse diskutierte er, welche Wirkung kulturelle Initiativen für Regionen entfalten können.
„Die Förderung kultureller Projekte ist gerade im ländlichen Raum von besonderer Bedeutung, denn dadurch wird eine Region attraktiv und die Identitätsbildung gestärkt. Ausstellungsprojekte wie das unsere strahlen außerdem über die regionalen Grenzen hinaus und sorgen für Aufmerksamkeit“, fasst Dr. Lechelt zusammen.
Nach dem offiziellen Teil erkundeten die Gäste die Ausstellung bei einem freien Rundgang auf eigene Faust. Der Abend klang im Foyer bei Musik, Getränken und Catering aus.
Ausstellung bis Dezember zu sehen
„Der edle Akt. Porzellan und Erotik“ ist bis 20. Dezember 2026 im Museum Schloss Fürstenberg zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Aufführungen, Lesungen, Konzerten, einem queeren Poetry Slam und weiteren Formaten. Die gesamte Museumssaison 2026 steht im Zeichen der Sonderausstellung. Weitere Informationen gibt es unter https://www.fuerstenberg-schloss.com.
Gefördert wird die Sonderausstellung von der Kulturstiftung der Länder, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, der Porzellanmanufaktur FÜRSTENBERG, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Braunschweigischen Sparkassenstiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Braunschweigischen Stiftung, der Renate Ahrens Stiftung, der Stiebel Familienstiftung und dem Freundeskreis Fürstenberger Porzellan e. V. Die Firma Light IT unterstützt die Ausstellung mit innovativen Beleuchtungslösungen.


Fotos: Maria Athens