Dassel (red). Vor Kurzem fand das 2. ElternCafé in der Paul-Gerhardt-Schule im Paulinum statt. Die Sozialpädagogin Sabrina Wende-Schmidt organisiert dieses Format, das Eltern einen Rahmen bieten soll, sich über Erziehungsfragen auszutauschen. Dieses Mal ging es darum, in die mediale Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen einzutauchen, zu verstehen, was sie daran fasziniert und welche Gefahren dort auf sie warten.
Einblicke in soziale Medien und ihre Risiken
Der Eltern-Medien-Trainer Lars Brockmann von der Familienberatungsstelle Einbeck gab einen Einblick in unterschiedliche soziale Medien und machte anschaulich deutlich, welche Gefahren dort lauern. Auf Instagram werde oft ein falsches Bild der Gesellschaft dargestellt. Das Aussehen stehe im Vordergrund, häufig würden ungesunde Körperbilder – auch mithilfe von KI-Influencerinnen und Influencern – vermittelt. So stünden Kinder und Jugendliche unter Druck, diesem „Idealbild“ entsprechen zu müssen. Bei TikTok gehe es unter anderem um Challenges. Diese reichten von lustigen Tanzchoreografien bis hin zu gefährlichen Herausforderungen, die im Extremfall lebensbedrohlich sein können.
Dauerhafte Erreichbarkeit als Herausforderung
Eine allgemeine Gefahr in den digitalen Medien sei das ständige Erreichbarsein. Besonders Kindern und Jugendlichen falle es schwer, das Smartphone auch einmal zur Seite zu legen. 80 Prozent der Kinder ab der 3. Klasse seien online unterwegs und damit auch den Gefahren von Cybermobbing und Cybergrooming ausgesetzt. 29 Prozent der Jugendlichen haben laut der JIM-Studie von 2025 bereits Erfahrungen mit Cybergrooming gemacht.
Tipps für den sicheren Umgang mit digitalen Medien
Lars Brockmann gab den Eltern zudem einige nützliche Tipps, wie sie ihre Kinder in der digitalen Welt sicher begleiten können. So sei es wichtig, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen, statt Verbote auszusprechen. Außerdem sei es sinnvoll, gemeinsame Medienkonsumregeln aufzustellen, die individuell verhandelbar seien. Eltern sollten sich der Gefahren im Internet bewusst sein und diese gemeinsam mit dem Kind besprechen. Ebenso wichtig sei es, die mediale Welt gemeinsam zu entdecken. Kinder bräuchten die Sicherheit, sich jederzeit auch mit unangenehmen Themen an ihre Eltern wenden zu können. Zudem sollten Eltern ihre eigenen digitalen Kompetenzen stärken.
Positive Resonanz auf die Veranstaltung
Lars Brockmann gelang es, den Eltern in kurzer Zeit einen umfassenden Überblick über die digitale Welt von Kindern und Jugendlichen zu geben und sie dafür zu sensibilisieren, genau hinzuschauen. „Ich könnte noch stundenlang zuhören“, war die Rückmeldung einer Mutter. Die Veranstaltenden dankten Lars Brockmann für den informativen Vortrag mit anschließender Fragerunde und blicken bereits auf das nächste Eltern-Café.
Foto: Paul-Gerhardt-Schule