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Mittwoch, 08. April 2026 Mediadaten Fankurve
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Landkreis Holzminden. Eine Entgegnung der Bürgerinitiative „Rettet unsere Oberschulen“ zum Artikel „Landkreis erklärt Schulreform“ in der W-I-N vom 16.03.2026,

Die neueste Bekanntmachung des Landkreises Holzminden zu den Kosten der aktuellen Schulreform ist ein Offenbarungseid für die Einfallslosigkeit und Sturheit, mit denen immer wieder das gleiche Mantra verkündet wird: „Die neue Schule Nord ist so viel schöner, besser und billiger.“ Wer es glaubt!

Nach dem o.g. Bericht soll die neue Schule 58,5 Mill. EUR kosten. Komisch, in den Haushaltsentwurf für 2026 wurden dafür 62 Mill. EUR eingestellt.

Für die Variante ohne Neubauten, also mit Sanierungen der bestehenden Schulen, schätzt der Landkreis die Kosten auf 140 Mill. EUR.

Woher kommen diese Zahlen? Wer hat sie wie ermittelt? Das alles bleibt nebulös. Wirklich konkrete Untersuchungen durch sach- und fachkundige Personen oder Firmen zum tatsächlichen Sanierungsbedarf hat es unseren Informationen nach bisher nie gegeben.

Die Ermittlung der Kosten durch den Landkreis ist daher aus unserer Sicht rein taktisch geprägt, schließlich will man ja auf Biegen und Brechen die neue Schule durchsetzen. Sie ist zudem in höchstem Maße intransparent und unseriös. Man darf diese Zahlen also schon sehr in Zweifel ziehen.

Unsere Bürgerinitiative kommt da zu ganz anderen Zahlen. Basierend auf Zahlen des Landkreises aus 2020 und unter Einberechnung tatsächlicher Preisveränderungsraten, durchschnittlicher Planungskostenüberschreitungen bei öffentlichen Gebäuden, der jährlichen allgemeinen Kosten für Bewirtschaftung, Bauunterhaltung, Schulbudget, Mensen und Personal sowie den jährlichen Kosten für den erhöhten Schülertransport und dem Rückbau der beiden alten Standorte usw. wird uns die neue Schule Nord, hochgerechnet auf 25 Jahre, mindestens rund 153 Mill. EUR kosten.

Die eigenständige Weiterführung und Sanierung der bisherigen Standorte liegt, ebenfalls unter Berücksichtigung der o.g. Kosten (außer Rückbau), bei rund 132 Mill. EUR, ebenfalls hochgerechnet auf 25 Jahre. Das sind satte 20 Mill. EUR weniger.

Wobei: Das sind die Kosten für eine jeweilige Komplettsanierung, die aber von uns gar nicht angestrebt wird. Wir wollen natürlich, dass zunächst der tatsächliche Sanierungsbedarf ermittelt wird. Danach muss ein Sanierungsplan mit den wichtigsten Maßnahmen aufgestellt und umgesetzt werden, der auf mehrere Jahre verteilt wird.

Natürlich wird der Landkreis nun unsere Zahlen in Zweifel ziehen, wobei er dann aber automatisch auch seine Zahlen anzweifeln würde, da diese ja von ihm selbst stammen. Leider haben wir keine entsprechende Machtmaschinerie zur Verfügung, wir können keine Fachfirmen oder Institute beauftragen, um tatsächliche Bedarfe zu ermitteln. Wir können nur Zahlen nutzen, die der Landkreis selbst einmal veröffentlicht hat.

Vergessen werden vom Landkreis auch immer gern die zusätzlichen Kosten für den Neubau. Darunter u.a. die Zuwegung, also die Straße, die extra für den Neubau erstellt werden muss – natürlich zweispurig, mit großem Wendehammer, Bushaltestelle usw. All die Infrastruktur, die in Stadtoldendorf und Bodenwerder bereits vorhanden ist. Dafür liegen uns bisher keine Zahlen vor. Doch für 3,50 EUR ist das alles nicht zu haben – es wird sicher auch Millionen verschlingen.

Hinzu kommen noch die bereits angefallenen und noch weiter anfallenden Kosten für Prüfungen, Gutachten und Planungen etc. Auch diese gehen sicher bereits in die Millionen.

Hinzu kommen auch noch die Kosten für eine neue Sporthalle für die Grundschule in Eschershausen. Die bestehende Sporthalle, die dem Kreis gehört, dürfen die Grundschülerinnen und Grundschüler nach Fertigstellung des Neubaus nicht mehr benutzen. Das sind sicher auch noch einmal stolze 12 Mill. EUR. Oder will man die Grundschüler tatsächlich in einer zur Turnhalle umgebauten alten Restauration (Kneipe) turnen lassen? Eine geringere Wertschätzung können unsere Kinder ja wohl kaum erfahren.

Und dann kommt der Streich mit den Sanierungsverzögerungen. Dieses Vorgehen haben wir zwar schon erwartet, doch dass man es so deutlich vorbringt, überrascht uns dann schon. Der Landkreis gibt an, dass, sollte der Bürgerentscheid erfolgreich sein, die Sanierungsmaßnahmen nicht sofort beginnen können. Dafür müssten erst die erforderlichen Prüfungen und Planungen durchgeführt werden. Das könnte sich auf zwei Jahre hinziehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Das passt doch hervorragend in den Zeitraum von zwei Jahren, in denen man an den Bürgerentscheid gebunden wäre. Dieser wäre nämlich wie ein Kreistagsbeschluss zu sehen und rechtlich bindend, das heißt, er muss umgesetzt werden.

Diesen Umgang mit der Basisdemokratie sieht man auch daran, dass es der Landkreis nicht einmal für nötig hält, aus Gründen der Fairness oder des guten Anstandes mit seiner Ankündigung zu warten, bis der Bürgerentscheid entschieden ist.

Liebe Bürgerinnen und Bürger des gesamten Landkreises Holzminden: Gehen Sie am 12. April 2026 wählen, nehmen Sie an der Abstimmung zum Bürgerentscheid teil und stimmen Sie mit JA, das heißt für den eigenständigen Weiterbetrieb der OBS Stadtoldendorf und der OBS Bodenwerder.

Bedenken Sie bitte, dass der Landkreis zum Ende 2025 bereits mit weit über 180 Mill. EUR verschuldet ist. Alle weiteren Investitionen – auch die für die Sanierungen – müssen zum allergrößten Teil über Kredite finanziert werden. Diese Kreditschulden, die durch Zins- und Tilgungsbelastungen weiter steigen, muss der Kreis gegenfinanzieren.

Zum Beispiel über die bereits durchgeführte Erhöhung der Beiträge aller Gemeinden des Landkreises in die Kreisschulbaukasse. Stadtoldendorf allein muss jetzt schon pro Jahr über 1 Mill. EUR mehr in diese Kasse einzahlen. Wie es in Boffzen usw. aussieht, lässt sich erahnen.

Dem Kreis bleibt über kurz oder lang kaum etwas anderes übrig, als auch die Kreisumlage für alle Gemeinden des Landkreises anzuheben. Die Gemeinden müssen dann entscheiden, ob sie das tragen können. Bei den angespannten Haushaltslagen wird dies voraussichtlich dazu führen, dass Bürgerinnen und Bürger über höhere Grund- und/oder Gewerbesteuern belastet werden.

Wir alle zahlen also eine Zeche für die über Jahrzehnte verfehlte Schulpolitik des Kreistages. Hätte man die Schulen nicht über 30 Jahre verkommen lassen, müssten wir uns heute nicht damit befassen. Die Lösung ist aber auf keinen Fall ein völlig überzogenes und überteuertes Schulgebäude in Eschershausen.

Bürgerinitiative „Rettet unsere Oberschulen“

*Für die Inhalte eines Leserbriefs ist einzig der genannte Autor verantwortlich, die Weser-Ith News distanziert sich von dem jeweiligen verfassten Artikel. Die jeweiligen Leserartikel enthalten dazu den Namen des Urhebers. Die Weser-Ith News behält sich das Recht vor, Leserartikel zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht insofern nicht.

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