Ottenstein (zir). Mit einer der höchsten staatlichen Auszeichnungen ist Manfred Weiner am Freitagnachmittag in der Landherberge Ottenstein geehrt worden. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Die Auszeichnung würdigt ein außergewöhnlich langes und prägendes Wirken in der Kommunalpolitik, das die Entwicklung Ottensteins sowie der Samtgemeinden Polle und Bodenwerder-Polle über Generationen hinweg beeinflusst hat.
Ein politisches Leben im Dienst der Allgemeinheit
Bereits 1976 wurde Weiner erstmals zum Bürgermeister gewählt – mit knapper Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen. Was damals begann, entwickelte sich zu einer kommunalpolitischen Laufbahn von bemerkenswerter Dauer: Bis 2019 stand er an der Spitze des Fleckens Ottenstein. Parallel dazu engagierte er sich über mehr als 40 Jahre im Gemeinderat und übernahm zahlreiche Funktionen auf Samtgemeindeebene, unter anderem im Finanzausschuss, als stellvertretender Samtgemeindebürgermeister, als Ratsvorsitzender sowie als Vorsitzender der CDU-Fraktion.
Darüber hinaus brachte er sich maßgeblich in die strukturelle Weiterentwicklung der Region ein, insbesondere bei den Verhandlungen zur Bildung der Samtgemeinde Bodenwerder-Polle. Sein politisches Handeln war dabei stets auf langfristige Entwicklungen ausgerichtet und auf das Gemeinwohl fokussiert.
Sichtbare Spuren im Ortsbild
Die Auswirkungen dieses Engagements sind bis heute im Ortsbild erkennbar. Unter Weiners Mitwirkung entstanden neue Baugebiete, leerstehende Gebäude wurden einer neuen Nutzung zugeführt und zu zentralen Einrichtungen wie Arztpraxis, Rathaus oder Kindergarten umgestaltet. Auch die Dorferneuerung mit der Sanierung der Ortsmitte sowie zahlreiche Projekte im sozialen Bereich wurden vorangetrieben.
Dazu zählen unter anderem ein Seniorenzentrum, Angebote der Tagespflege sowie Wohnformen für mehrere Generationen. Ergänzt wurden diese Entwicklungen durch touristische und kulturelle Impulse wie ein Wohnmobilstellplatz, Freizeitangebote oder Veranstaltungen, die das Gemeinschaftsleben stärkten. Bereits 2022 war dieses Engagement mit der Ehrenmedaille des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes gewürdigt worden.
Laudatio: „Eine wirklich besondere Auszeichnung“
In seiner ausführlichen Laudatio fand Landrat Michael Schünemann deutliche und zugleich persönliche Worte. „Unser Staat sieht es als seine Pflicht an, all jene Bürgerinnen und Bürger, die – ohne Gegenleistung oder auf materielle Vorteile bedacht zu sein – Vorbildliches für unser Gemeinwesen leisten, besonders zu ehren und auszuzeichnen“, erklärte er zu Beginn und ordnete damit die Bedeutung der Ehrung ein.
Mit Blick auf den Geehrten führte er weiter aus: „Sie haben sich, verehrter Herr Weiner, diese große Anerkennung durch Ihre Verdienste um das Gemeinwohl in besonderer Weise verdient.“ Das Verdienstkreuz bezeichnete er dabei als „wirklich besondere Auszeichnung“ und als „Würdigung besonderer Menschen für deren besonderen Lebensleistungen“.
Besonders eindrücklich schilderte Schünemann die Wirkung von Weiners Arbeit auf die Gemeinde: „Ein Wirken, das den Flecken Ottenstein nachhaltig geprägt und positiv verändert hat.“ In der Wahrnehmung vieler Menschen sei dies so deutlich, dass „Manfred Weiner und der Flecken Ottenstein – das sei einfach ein und dasselbe.“
Zugleich betonte der Landrat die Ausdauer und Konsequenz dieses Engagements: „Als CDU-Mitglied haben Sie sich seit mittlerweile 50 Jahren im Flecken Ottenstein politisch engagiert.“ Dies sei keineswegs selbstverständlich, denn: „In Wirklichkeit bedeuten sie immer eine Menge Arbeit. Eine Arbeit, die nicht zwingend breite Anerkennung und Dankbarkeit zur Folge hat.“ Gerade vor diesem Hintergrund komme der staatlichen Auszeichnung eine besondere Bedeutung zu.
Wegbegleiter würdigen Persönlichkeit und Zusammenarbeit
Auch Samtgemeindebürgermeister Sebastian Rode zeichnete in seiner Ansprache ein persönliches Bild. Er erinnerte daran, dass ihm der Name Weiner bereits seit seiner Jugend ein Begriff gewesen sei und mit kommunalpolitischem Engagement verbunden wurde. Als sich beide vor rund zehn Jahren persönlich kennenlernten, habe ihn insbesondere die offene Art beeindruckt. Die Zusammenarbeit beschrieb er als vertrauensvoll und konstruktiv: Unterschiedliche Auffassungen habe es gegeben, dennoch habe man stets gemeinsam Lösungen gefunden. Abschließend dankte er für die geleistete Arbeit und das langjährige Engagement.
Bürgermeisterin Diana Lönnecker hob die besondere Bedeutung des Tages für die Gemeinde hervor. Weiner habe sich über fünf Jahrzehnte hinweg mit großer Kontinuität und Verlässlichkeit für Ottenstein eingesetzt. Dabei seien seine Entscheidungen nie von persönlichen Interessen geleitet gewesen, sondern stets vom Ziel, die bestmöglichen Lösungen für die Gemeinschaft zu finden.
Als Zeichen der Anerkennung hatte sie eine Diashow vorbereitet, die zentrale Stationen aus rund 50 Jahren politischen Wirkens zeigte. Ergänzt wurde das Programm durch musikalische Beiträge, darunter eine eigens auf Ottenstein zugeschnittene Version von „König von Deutschland“ sowie das Lied „Möge die Straße uns zusammenführen“.
Sichtlich bewegt und dankbar
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand schließlich der Geehrte selbst. Sichtlich gerührt wandte sich Weiner an die zahlreichen Gäste. „Herzlichen Dank, dass so viele Gäste diesen Moment mit mir begleiten“, sagte er und hob besonders jene hervor, die eine weite Anreise auf sich genommen hatten, sowie einen Wegbegleiter, der ihn bereits seit seiner Kindheit begleitet.
Die Auszeichnung erfülle ihn mit großer Dankbarkeit und berühre ihn tief. Gleichzeitig richtete er den Blick in die Zukunft der Gemeinde und zeigte sich überzeugt, mit Diana Lönnecker eine engagierte und tatkräftige Nachfolgerin an der Spitze zu wissen.
Fotos: zir