Stadtoldendorf (zir). Der SPD-Unterbezirk Holzminden hat Bjarne Allruth mit deutlicher Mehrheit als Kandidaten für die Landratswahl nominiert. Bei der Konferenz im Gasthaus Stauch’s stimmten 58 von 61 Delegierten für ihn, drei votierten dagegen. Damit erhielt der 95 Prozent Zustimmung.
Unterbezirksvorsitzende Janett Brandt machte zu Beginn deutlich, dass die Partei geschlossen hinter der Entscheidung steht. Der Nominierung war ein mehrmonatiger Auswahlprozess vorausgegangen. Eine eigens eingesetzte Findungskommission, in der alle Gliederungen vertreten waren, sichtete Bewerbungen und führte intensive Gespräche. Am Ende sprach sich das Gremium einstimmig für Allruth aus. Er verbinde Verwaltungserfahrung mit kommunalpolitischer Praxis, kenne die Abläufe ebenso wie die Anliegen der Städte, Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger.
Rückendeckung erhielt der Kandidat auch aus der Bundes- und Landespolitik. Der Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps betonte Allruths enge Verwurzelung im Landkreis. Er sei hier aufgewachsen und seit jungen Jahren politisch engagiert – zunächst im Gemeinderat des Fleckens Delligsen, später im auch im Kreistag, dem er heute vorsitzt. Parallel dazu arbeitet Allruth in der Verwaltung. Diese Kombination aus politischer Verantwortung und beruflicher Praxis sei eine wichtige Voraussetzung für das Amt. Zudem engagiere er sich ehrenamtlich, unter anderem in der Freiwilligen Feuerwehr.
Die Landtagsabgeordnete Sabine Tippelt erinnerte daran, dass Allruth bereits früh den Wunsch hatte, Politik aktiv mitzugestalten. 2016 kandidierte er erstmals auf kommunaler Ebene und zog direkt in den Kreistag ein. Inzwischen steht er dem Gremium als Vorsitzender vor. Beruflich leitet er die zentrale Buchhaltung der Stadt Alfeld und verfügt damit über umfassende Kenntnisse im Verwaltungsbereich. Für Tippelt steht fest: Der Landkreis brauche eine Führungspersönlichkeit, die eigenständig handelt, Verantwortung übernimmt und Entscheidungen sachlich vorbereitet.
In seiner Vorstellungsrede skizzierte Allruth die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Kandidatur. Wirtschaftliche Stärke sei eine zentrale Grundlage für die Entwicklung des Landkreises. Mit Unternehmen wie Symrise, Stiebel Eltron sowie mehreren Betrieben der Glasindustrie gebe es eine solide Basis aus großen Industriebetrieben und mittelständischen Unternehmen. Diese wolle er durch verlässliche Rahmenbedingungen und eine handlungsfähige Verwaltung weiter unterstützen.
Als schmerzlichen Einschnitt bezeichnete er den Verlust des Krankenhauses. Die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums wertete er als wichtigen Schritt, an dem weitergearbeitet werden müsse. Auch die Situation vieler Schulgebäude sprach er an: Hier bestehe Modernisierungsbedarf, damit Schülerinnen und Schüler zeitgemäße Lernbedingungen vorfinden.
Darüber hinaus hob Allruth die Bedeutung des Ehrenamts hervor, das für ihn eine tragende Rolle im gesellschaftlichen Leben spielt. Gerade im Bereich des Katastrophenschutzes sieht er Nachholbedarf bei Investitionen. Trotz angespannter Haushaltslage müsse die Unterstützung des freiwilligen Engagements im Blick bleiben.
Für den Wahlkampf kündigte Allruth eine starke Präsenz vor Ort an. Er wolle den direkten Austausch suchen – bei Veranstaltungen, auf Märkten und im persönlichen Gespräch. Zudem dürfe der Landkreis bei der Digitalisierung nicht weiter zurückliegen.
Nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zeigte sich der Kandidat dankbar für das deutliche Vertrauen. Das Votum sei Ansporn für die kommenden Monate bis zur Wahl. Sein Ziel sei klar: im September als neuer Landrat Verantwortung für den Landkreis zu übernehmen.
Fotos: zir