Hildesheim (red). Handwerkskammerpräsident Delfino Roman hat sich kritisch zur geplanten Entlastungsprämie der Bundesregierung geäußert und stattdessen strukturelle Entlastungen für das Handwerk gefordert.
Kritik an geplanter Entlastungsprämie
Roman erklärte, die vorgesehene Prämie in Höhe von 1.000 Euro sei aus Sicht des Handwerks „kein Entlastungssignal, sondern ein Schlag ins Gesicht“. Was als freiwillige Zahlung gedacht sei, erzeuge in den Betrieben einen erheblichen Erwartungsdruck. „Die Bundesregierung verteilt Entlastungs-Geschenke, aber zahlen sollen andere: die Betriebe“, so Roman.
Zugleich entstehe eine klare Erwartungshaltung bei den Beschäftigten. Wer als Betriebsinhaberin oder Betriebsinhaber die Prämie nicht zahlen könne, gerate schnell in eine schwierige Position gegenüber der Belegschaft. „Damit verschiebt die Politik die Verantwortung für den sozialen Frieden direkt in die Werkstätten und auf die Baustellen“, erklärte Roman.
Wirtschaftlicher Druck auf Betriebe
Viele Handwerksbetriebe stünden derzeit wirtschaftlich unter Druck. Sinkende Aufträge, steigende Kosten und eine wachsende Abgabenlast belasteten die Unternehmen spürbar. Das „Krisen-Immunsystem des Mittelstands“ sei vielerorts erschöpft, so der Handwerkskammerpräsident.
Forderung nach strukturellen Lösungen
Aus Sicht des Handwerks seien keine kurzfristigen Einmalmaßnahmen erforderlich, sondern nachhaltige strukturelle Entlastungen. Dazu gehöre insbesondere eine spürbare Senkung der Lohnnebenkosten. Nur so könnten die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben und weiterhin ihre Rolle bei Beschäftigung, Ausbildung und Versorgung vor Ort erfüllen.
Abschließend forderte Roman die Bundesregierung auf, die Situation in den Betrieben stärker zu berücksichtigen und „endlich wirkliche Entlastungen auf den Weg zu bringen“, anstatt sich für vermeintliche Entlastungspolitik zu feiern.
Foto: HWK Hildesheim