Hameln (red). Die Meldung kam für die Stadt Hameln nicht überraschend: Dass die Postbank ihre Filiale in der „Bäckerstraße“ schließen würde, hatte das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Oberbürgermeister Claudio Griese sieht die Entscheidung nach wie vor kritisch. „Wir hätten uns für die Kundinnen und Kunden eine andere Lösung gewünscht“, sagt der Rathauschef.
Offenbar scheine das Bonner Unternehmen „kein Interesse an den Kunden in Hameln“ zu haben, bedauert der OB. Es sei „blanker Hohn“, wenn die Postbank darauf verweise, dass sich Kunden nach Hannover begeben sollten. „Ein solcher Ratschlag geht an der Lebenswirklichkeit der Menschen in unserer Stadt vorbei“, kritisiert Griese. Gerade ein Mittelzentrum wie Hameln sei darauf angewiesen, dass wichtige Dienstleistungen vor Ort in der Innenstadt angeboten werden – und nicht in der fast 50 Kilometer entfernten Landeshauptstadt.
Kritik an fehlender Kundennähe
Ihm sei bewusst, dass es sich um eine unternehmerische Entscheidung handele, die die Postbank eigenständig getroffen habe. Aspekte wie Service und Kundennähe seien bei dieser Entscheidung „aber offensichtlich ausgeblendet worden“, bemängelt Griese. Er bedauert die Entwicklung insbesondere mit Blick auf die vielen älteren Kundinnen und Kunden ohne digitalen Zugang zu Bankdienstleistungen. Diese Menschen nun „abzukoppeln“, sei ein „sehr bedenklicher Schritt“.