Hildesheim/Bodenwerder (red). Vor dem Landgericht Hildesheim muss sich ab dem 27. April ein 21-jähriger Angeklagter wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Hintergrund ist eine Auseinandersetzung, die sich am 29. Oktober 2025 auf dem Parkplatz eines Supermarkts in Bodenwerder ereignet haben soll.
Nach der Anklage soll es zwischen dem Angeklagten und einem Zeugen zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen sein. In deren Verlauf habe der 21-Jährige ein Einhandmesser mit einer Klingenlänge von etwa zehn Zentimetern eingesetzt und gezielt in den linksseitigen Brustbereich des Zeugen gestochen. Dabei habe er den Tod des Opfers zumindest billigend in Kauf genommen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.
Stichverletzung nahe am Herzen
Der Zeuge soll durch den Angriff eine bis zu den Rippen reichende Stichverletzung erlitten haben. Aufgrund der Nähe zum Herzen sei die Verletzung potenziell lebensbedrohlich gewesen.
Auslöser der Auseinandersetzung soll nach bisherigen Erkenntnissen gewesen sein, dass sich der Zeuge in einer an den Parkplatz angrenzenden Scheune aufgehalten habe. Nach Auffassung des Angeklagten habe hierfür keine Berechtigung bestanden.
Verhalten nach der Tat
Laut Anklage soll sich der 21-Jährige nach dem Vorfall vom Tatort entfernt haben, ohne sich weiter um den verletzten Zeugen zu kümmern. Stattdessen habe er sich zu einem auf dem Parkplatz befindlichen Imbisswagen begeben und sich dort eine Tüte gefrorene Pommes geben lassen, um eine Schwellung am Auge zu kühlen.
Das Gericht wird nun klären müssen, wie sich die Tat genau abgespielt hat und ob sich der Vorwurf des versuchten Mordes bestätigt.